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Interim-Management

In einem Unter­neh­men kön­nen Situa­tio­nen ent­ste­hen, die den Ein­satz eines Inte­rim-Mana­gers erfor­dern. Inte­rim-Manage­ment ist eine zeit­lich befris­te­te Art des betriebs­wirt­schaft­li­chen Manage­ments. Daher wird es auch „Manage­ment auf Zeit“ genannt.

Häu­fig wer­den Inte­rim-Mana­ger im Kri­sen­ma­nage­ment ein­ge­setzt, um ein Unter­neh­men zu restruk­tu­rie­ren oder zu sanie­ren. Dar­über hin­aus kom­men Inte­rim-Mana­ger zum Ein­satz, wenn im Unter­neh­men per­so­nel­le Lücken ent­ste­hen, die kom­pe­tent, schnell und zuver­läs­sig geschlos­sen wer­den sol­len. Mög­li­che Grün­de sind zudem wich­ti­ge Pro­jek­te, für wel­che die Kapa­zi­tä­ten im Unter­neh­men nicht aus­rei­chen oder die ein beson­de­res Know-how erfordern.

Inte­rim-Mana­ger wer­den meist in grö­ße­ren mit­tel­stän­di­schen und indus­tri­el­len Unter­neh­men ein­ge­setzt und über­neh­men die Ver­ant­wor­tung in einer Füh­rungs­po­si­ti­on oder in einem Pro­jekt. Sie ver­las­sen das Unter­neh­men oder die besetz­te Posi­ti­on, sobald das Pro­blem gelöst oder das Pro­jekt abge­schlos­sen ist.

Inhalts­ver­zeich­nis

1. Was versteht man unter Interim-Management?

Beim Inte­rim-Manage­ment arbei­ten exter­ne Mana­ger für einen befris­te­ten Zeit­raum (meis­tens 3 bis 18 Mona­te) in einem Unter­neh­men in einer Füh­rungs­po­si­ti­on. Inte­rim-Mana­ger wer­den daher auch “Mana­ger auf Zeit” genannt. Der ein­ge­setz­te Inte­rim-Mana­ger arbei­tet selbst­stän­dig in unter­schied­li­chen Situa­tio­nen und Auf­ga­ben­ge­bie­ten, wie bei­spiels­wei­se zur Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung eines Unter­neh­mens oder zur Vakanz-Überbrückung.

2. In welchen Situationen ist die Beauftragung eines Interim-Managements sinnvoll?

Die Beauf­tra­gung eines Inte­rim-Manage­ments ist in vie­len Situa­tio­nen vor­teil­haft und hilft dem Unter­neh­men in ver­schie­dens­ten Berei­chen und Vor­ha­ben. Die genau­en Auf­ga­ben eines Inte­rim-Mana­gers wäh­rend sei­ner Ein­set­zung fin­den Sie nach­ste­hend unter Zif­fer 5.

Im Fol­gen­den wer­den ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten erläutert:

a. Unter­neh­mensex­ter­ne Sichtweise
Zunächst ist ein Inte­rim-Manage­ment sinn­voll, wenn ein Unter­neh­men exter­ne Sicht­wei­se ein­ho­len möch­te und gewis­se Vor­ha­ben von einer unvor­ein­ge­nom­me­nen Per­son beur­teilt wer­den sol­len. Durch beson­de­res Fach­wis­sen und gewis­se Distanz zum Unter­neh­men kön­nen vie­le Situa­tio­nen effek­ti­ver behan­delt werden.

b. Bewäl­ti­gung von Krisensituationen
Soll­te ein Unter­neh­men in einer Kri­sen­si­tua­ti­on ste­cken, kann ein Inte­rim-Manage­ment zu deren Bewäl­ti­gung rat­sam sein. Durch Fest­stel­lung und Ana­ly­se von Kri­sen­ur­sa­chen wer­den zunächst Lösungs­kon­zep­te mit der Ziel­set­zung ent­wi­ckelt, bestehen­de Pro­ble­me zu lösen, damit anschlie­ßend effi­zi­enz­stei­gernd gear­bei­tet wer­den kann. Außer­dem kön­nen mit Hil­fe eines Inte­rim-Mana­gers Sanie­rungs­plä­ne erar­bei­tet und umge­setzt werden.

c. Über­brü­ckung von Vakanz Problemen
Bei (vor­über­ge­hen­den) Vakanz-Pro­ble­men kann die Posi­ti­on kurz­fris­tig für einen defi­nier­ten Zeit­raum mit fest­ge­leg­te Dau­er mit einem Inte­rim-Mana­ger auf Zeit über­brückt wer­den. Inte­rim-Mana­ger beset­zen vor­über­ge­hend Füh­rungs­po­si­tio­nen, falls noch kei­ne geeig­ne­te Per­son gefun­den wur­de oder die­se noch nicht zur Ver­fü­gung steht. Auch bei einem zeit­wei­sen Aus­fall der Füh­rungs­kraft kann der Ein­satz eines Inte­rim-Mana­gers sinn­voll sein.

d. Sons­ti­ge Vorhaben
Wenn ein Unter­neh­men einen neu­en Markt erschlie­ßen, ein M&A durch­füh­ren, Pro­duk­te neu ent­wi­ckeln oder ver­bes­sern möch­te, kön­nen die­se Pro­jek­te durch den Ein­satz und die Erfah­run­gen eines Inte­rim-Mana­gers eben­falls berei­chert werden.

3. Welche Vor- und Nachteile bringt ein Interim-Management mit sich?

Ein Inte­rim-Manage­ment kann Unter­neh­men in ver­schie­dens­ten Situa­ti­on hel­fen und hat daher vie­le Vor­tei­le:

  • Zum einen kön­nen durch die kurz­fris­ti­ge Ver­füg­bar­keit von Füh­rungs­per­so­nal und Spe­zia­lis­ten per­so­nel­le Eng­päs­se schnell über­brückt werden.
  • Durch den Ein­satz eines Prak­ti­kers mit beson­de­rer Fach­kennt­nis las­sen sich Betrie­be neu auf­bau­en und sowohl Struk­tu­ren als auch Pro­zes­se opti­mie­ren.
  • Ein Inte­rim-Mana­ger besitzt meist eine lan­ge Berufs­er­fah­rung, wes­halb er in der Lage ist, sich schnell einen Über­blick zu ver­schaf­fen und ein­zu­ar­bei­ten.
  • Außer­dem hat ein Inte­rim-Mana­ger in der Regel ein unvor­ein­ge­nom­me­nes Beur­tei­lungs­ver­mö­gen und ver­fügt über ein gro­ßes Netz­werk an Spe­zia­lis­ten, wel­ches er bei Bedarf hin­zu­zie­hen kann.

Beim Ein­satz eines Inte­rim-Mana­gers sind natür­lich auch Nach­tei­le denk­bar: Inte­rim-Mana­ger sind buch­stäb­lich exter­ne, nur auf Zeit ange­stell­te Per­so­nen, wel­che somit kei­nen per­sön­li­chen Bezug zum Unter­neh­men mit­brin­gen, mög­li­cher­wei­se weni­ger Loya­li­tät ent­wi­ckeln und nicht zwangs­läu­fig inter­ne Abläu­fe und Struk­tu­ren sofort über­schau­en. Schwie­rig­kei­ten kön­nen sich auch auf Sei­ten der Mit­ar­bei­ten­den ent­wi­ckeln, wenn durch den plötz­li­chen Wech­sel der Füh­rungs­ebe­ne ein Ver­trau­ens­ver­lust entsteht.

Erfah­re­ne Inte­rim-Mana­ger ken­nen die­se typi­schen Her­aus­for­de­run­gen und wer­den ihnen durch eine kom­pe­ten­te und pro­fes­sio­nel­le Arbeits­wei­se begegnen.

4. Wie läuft ein Interim-Management-Projekt ab?

Ein Inte­rim-Manage­ment-Pro­jekt wird grund­sätz­lich in drei Pha­sen voll­zo­gen. Die Pha­sen rei­hen sich lücken­los anein­an­der und erfol­gen automatisch.

5. Welche Aufgaben hat ein Interim-Manager?

Ein Inte­rim-Mana­ger kann in ver­schie­de­nen Posi­tio­nen ein­ge­setzt wer­den, wes­halb sein Auf­ga­ben­be­reich stark vom Ein­satz­be­reich abhängt und dar­über hin­aus je nach Bran­che und Unter­neh­men vari­ie­ren kann. Ein­ge­setzt wird er bei­spiels­wei­se als Bereichs- bzw. Abtei­lungs­lei­ter, als Geschäfts­füh­rer oder als CEO eines Unternehmens.

Bei den Auf­ga­ben­be­rei­chen eines Inte­rim-Mana­gers ist eben­falls die Situa­ti­on des Unter­neh­mens ent­schei­dend. Bei einer Über­brü­ckung von per­so­nel­len Eng­päs­sen nimmt er bei­spiels­wei­se Füh­rungs­auf­ga­ben wahr und küm­mert sich dann unter ande­ren um die Füh­rung des Tagesgeschäfts.

Bei der Ein­set­zung in einem kri­sen­be­fal­len­den Unter­neh­men geht es haupt­sach­lich um die Sanie­rung und Restruk­tu­rie­rung. Kon­kre­te Auf­ga­ben sind dann zum Bei­spiel die Fest­stel­lung und Ana­ly­se von schwie­ri­gen Unter­neh­mens­si­tua­tio­nen, die objek­ti­ve Beur­tei­lung der Sanie­rungs­fä­hig­keit sowie die Erar­bei­tung eines Sanie­rungs- oder Insolvenzplans.

Die Auf­ga­ben eines Inte­rim-Mana­gers sind daher sehr stark vom Ein­zel­fall abhängig.

6. Wie grenzt man ein Interim-Management von einer Beratung ab?

Das Inte­rim-Manage­ment ist klar von der Unter­neh­mens­be­ra­tung zu unterscheiden:

Die zen­tra­len Auf­ga­ben einer Unter­neh­mens­be­ra­tung lie­gen in der Erar­bei­tung von Lösungs­we­gen für spe­zi­fi­sche Unter­neh­mens­pro­ble­me und der Ana­ly­se von Unter­neh­mens­struk­tu­ren oder Erfolgs­po­ten­zia­len von Plä­nen. Die Umset­zung der von einer Unter­neh­mens­be­ra­tung erar­bei­te­ten Kon­zep­te obliegt sodann aber allein dem Unter­neh­men. Bei einer Unter­neh­mens­be­ra­tung han­delt es sich also um eine stra­te­gisch aus­ge­rich­te­te Wis­sens­ver­mitt­lung, wel­che in der Regel abs­trakt arbeitet.

Im Gegen­satz dazu arbei­tet ein Inte­rim-Mana­ger aktiv im Unter­neh­men und greift in das Tages­ge­schäft ein. Ein wesent­li­cher Vor­teil des Inte­rim-Manage­ments gegen­über der Unter­neh­mens­be­ra­tung liegt somit dar­in, dass der Inte­rim-Mana­ger mit­ten im Gesche­hen tätig ist und pra­xis­be­zo­gen arbei­tet. Er bringt nicht nur Lösungs­an­sät­ze mit, son­dern kann die­se auch im Tages­ge­schäft umsetzen.

7. Fazit

Unter Inte­rim-Manage­ment ver­steht man grund­sätz­lich die effek­ti­ve und effi­zi­en­te Durch­füh­rung von Füh­rungs­auf­ga­ben durch befris­te­ten und bedarfs­ge­rech­ten Zukauf exter­nen Manage­ment­wis­sens. Es ist Unter­neh­men zu emp­feh­len, Inte­rim-Mana­ger zu bestel­len, um Kri­sen­si­tua­ti­on zu bewäl­ti­gen, Vakanz-Pro­ble­me zu über­brü­cken oder um eine exter­ne und objek­ti­ve Sicht­wei­se einzuholen.

Der Vor­teil eines Inte­rim-Manage­ments liegt zum einen in des­sen spe­zi­el­len Fach­kennt­nis­sen und sei­nem unvor­ein­ge­nom­me­nen Beur­tei­lungs­ver­mö­gen, zum ande­ren in der kurz­fris­ti­gen Ver­füg­bar­keit einer geeig­ne­ten Füh­rungs­kraft. Zu beach­ten ist, dass für einen Inte­rim-Mana­ger nur eine kur­ze Ein­füh­rungs­pha­se besteht und durch den Wech­sel in der Füh­rungs­po­si­ti­on auch Ver­trau­ens­ver­lust inner­halb der Beleg­schaft ent­ste­hen kann. Als gro­ßer Plus­punkt eines Inte­rim-Manage­ments wird die Fle­xi­bi­li­tät eines Inte­rim-Mana­gers gese­hen, da die­ser in allen Manage­ment­funk­tio­nen und für ver­schie­dens­te Auf­ga­ben varia­bel ein­ge­setzt wer­den kann. Sofern sich ein Unter­neh­men für den Ein­satz eines Inte­rim-Manage­ments für ein Pro­jekt ent­schei­det, durch­läuft die­ses drei wesent­li­che Schrit­te: Die Vor­be­rei­tung (Unfree­zing), die Durch­füh­rung (Moving) und schließ­lich die Über­ga­be (Refree­zing).

Bei der Ver­mitt­lung eines Inte­rim-Mana­gers mit fun­dier­tem, auf Ihre indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se zuge­schnit­te­nen Know­how ist der Bun­de­ver­band ESUG Ihr geeig­ne­ter Ansprech­part­ner. Tre­ten Sie ger­ne mit uns in Kon­takt.

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